Digitale Souveränität in der Schweiz – weshalb sie jetzt Chefsache ist
Geopolitische Umwälzungen, die rasend schnelle Weiterentwicklung von KI-Anwendungen und Abhängigkeiten von internationalen Technologiekonzernen – die Welt ist spürbar im Wandel. Beschleunigt wird dieser Prozess von Unwägbarkeiten im internationalen Handel, die lange geglaubte Sicherheiten infrage stellen. Für Unternehmen in der Schweiz und der EU muss der Fokus deshalb auf die strategische Autonomie über Daten und Systeme gelegt werden. Ein essenzielles Puzzleteil auf dem Weg zur digitalen Souveränität: Open-Source-Lösungen.

Digitale Souveränität hat sich vom abstrakten IT-Konzept zur entscheidenden Frage über die Zukunft von Unternehmen entwickelt. Gerade in der Schweiz, die jahrzehntelang von einer stabilen geopolitischen Lage profitieren konnte, sehen sich Entscheidungsträger aus der Wirtschaft und der öffentlichen Verwaltung zunehmend mit neuen technologischen Abhängigkeiten und wachsenden Unsicherheiten konfrontiert. Die Frage, wie die digitale Souveränität in diesem Spannungsfeld langfristig gesichert werden kann, rückt in den Fokus. Und wird damit zur Chefsache.
Was bedeutet digitale Souveränität?
Digitale Abhängigkeiten – sei es in Form von Cloud-Infrastrukturen, Software-Monopolen oder im Bereich digitaler Verwaltungsdienste und KI-Tools – können direkte Auswirkungen auf die Handlungsfähigkeit und Sicherheit von Behörden oder Unternehmen haben. Digitale Souveränität steht deshalb für die Fähigkeit, Technologien und Daten selbständig und unabhängig zu nutzen und zu gestalten.
Wie können Unternehmen, Behörden und Institutionen digitale Souveränität erreichen?
Erreicht wird eine stärkere digitale Souveränität nicht mit einer einzelnen Massnahme, sondern mit einer ganzheitlichen Strategie, die auf einen höheren Grad an Selbstbestimmung abzielt. Folgende Eckpunkte sollten dabei berücksichtigt werden:
- Datenkontrolle
Sensible Daten müssen im Einklang mit nachvollziehbaren Vorgaben geschützt werden (beispielsweise DSVGO) - Anbieterabhängigkeiten
Nutzen Sie modulare Architekturen und Open-Source-Lösungen. Vertragliche Exit-Strategien können Anbieterwechsel ermöglichen, ohne handlungsunfähig zu werden. - Know-how
Mit dem Aufbau interner digitaler Fähigkeiten kann auf exekutiver Ebene sichergestellt werden, dass Entscheidungen nicht ausschliesslich von externen Dienstleistern oder Herstellern abhängen. - Compliance
Der eigene Betrieb oder zumindest die bewusste Auswahl von Cloud- oder Netzwerkinfrastruktur nach strengen Compliance-Vorgaben erhöhen die Verlässlichkeit betrieblicher Prozesse. - Strategie
Beim Vorantreiben der Digitalisierung geht es um mehr als den Kostenfaktor. Technologien müssen demnach auf langfristige Risiken, Abhängigkeiten sowie fallabhängig auf gesellschaftliche Auswirkungen geprüft werden. - Resilienz
Cyberangriffe und Lieferengpässe sind in Zeiten geopolitischer Spannungen ein Thema, das Unternehmen, Institutionen und Behörden gleichermassen betrifft. Mit klaren Notfall- und Ausweichszenarien können Systeme auch in Krisenfällen funktionsfähig bleiben.

Digitale Souveränität lässt sich nicht delegieren
Wer heute die Weichen für digitale Unabhängigkeit stellt, bleibt auch morgen handlungsfähig, statt von externen Zwängen getrieben zu werden. Politische und wirtschaftliche Führungskräfte müssen sich diesem Risiko bewusst sein und mit einer entsprechenden strategischen Ausrichtung die passenden Rahmenbedingungen schaffen, damit politische, wirtschaftliche oder technologische Abhängigkeiten vermieden werden.
Die politische Dimension – internationale Vernetzung und nationale Sicherheit
Im politischen Sinn bezeichnet digitale Souveränität die Fähigkeit von Staaten und Organisationen, selbstbestimmt über die eigenen digitalen Ressourcen zu entscheiden. In der Schweiz stehen Bund und Kantone in diesem Zusammenhang insbesondere in Bezug auf die zunehmende Abhängigkeit von globalen Tech-Giganten vor Herausforderungen. Initiativen wie der Aufbau eigener Cloud-Strukturen und die Stärkung von Digitalkompetenzen im Allgemeinen beweisen, dass das Thema die nationale Politik erreicht hat. Zentral ist dabei, dass digitale Souveränität nicht missverstanden wird und eine ausgewogene Balance gewährleistet bleibt: Zwischen internationaler Vernetzung und nationaler Sicherheit. Und zwischen der Förderung von Innovationen und dem Schutz der Privatsphäre der Bevölkerung.
Die wirtschaftliche Dimension: Resilienz in einer sich wandelnden Welt
Wirtschaftlich gesehen stehen bei digitaler Souveränität vor allem die Themen Wertschöpfung und Wettbewerbsfähigkeit im Vordergrund. Unternehmen, die in eigene digitale Infrastrukturen, Datensicherheit und Open-Source-Lösungen aus der Schweiz investieren, stärken nicht nur ihre eigene Innovationskraft, sondern auch den Wirtschaftsstandort Schweiz. Für KMU und grössere Unternehmen ist digitale Souveränität aber mehr als ein abstraktes Standortthema, sondern Bestandteil der langfristigen Strategie. Welche Daten werden wo gespeichert? Welche Technologien sind kritisch für das Kerngeschäft? Und wo lohnt es sich, Alternativen wie heimische Cloud-Strukturen zu berücksichtigen? Die Antworten auf diese Fragen sind die Basis für Schweizer Unternehmen, um in einer Welt, die spürbar im Wandel ist, die eigene Resilienz zu erhöhen und sich einen strategischen Vorteil in einem zunehmend digitalen Wettbewerb zu verschaffen.
Die technologische Dimension: Entscheidungen wirken über Jahre hinweg
Für Unternehmen in der Schweiz und der EU zeigt sich die technologische Dimension der digitalen Souveränität vor allem im Alltag der IT- und Digitalstrategie. Hier geht es weniger darum, eine vollständige Eigenentwicklung der relevanten Systeme voranzutreiben, sondern die eingesetzten Technologien zu verstehen und zu steuern. Denn: Entscheidungen für oder gegen bestimmte Plattformen, Programmiersprachen oder KI-Modelle prägen die technologische Abhängigkeit oft über Jahre hinweg. Wer auf Open-Source-Plattformen und modulare Architekturen setzt, minimiert das Risiko eines Vendor Lock-in – sprich eine Anbieter- oder eine Produktabhängigkeit – und bewahrt die technologische Flexibilität des Unternehmens. Unabhängigkeit im technologischen Sinn wird demnach nicht durch den Verzicht auf moderne Technologie, sondern mit dem bewussten Einsatz dergleichen erreicht. Zugleich sind Unternehmen vielschichtig gefordert: Digitale Souveränität bedingt nicht nur eine enge Zusammenarbeit zwischen IT, Management und den jeweiligen Fachbereichen, sondern auch Investitionen in Fachwissen und Weiterbildungen der Mitarbeitenden.
Kooperation statt Abhängigkeit: Open-Source-Plattformen als Einstieg in die digitale Souveränität
Weil die vollständige digitale Souveränität einer Abschottung gleichkommt, bietet sich für Unternehmen und Behörden ein pragmatischer Ansatz an: Open Source. Die Offenheit von Open-Source-Plattformen ermöglicht echte Wahlfreiheit und lässt Unternehmen sowie Behörden selbst entscheiden, wie die Software betrieben und in die bestehende oder neue Systemlandschaft integriert werden soll. Auf diese Weise können digitale Komponenten kontrolliert werden, ohne die Nachteile technologischer Abhängigkeiten in Kauf nehmen zu müssen. Ein weiterer Aspekt in der Open-Source-Landschaft ist die Gemeinschaft. Oft werden Open-Source-Plattformen von einer aktiven Entwickler-Community getragen, die neue Plugins entwickelt, Innovationen vorantreibt, Sicherheitslücken schliesst und Wissen teilt.
Hier kommt OpenDXP ins Spiel: Mit der Open-Source-Plattform bieten wir Unternehmen und Behörden ein digitales Erlebnis, das PIM, DAM, Headless CMS und Composable Commerce nahtlos verbindet. Die Plattform wird von einer aktiven globalen Gemeinschaft weiterentwickelt und passt sich exakt Ihren Anforderungen an – komplett frei von unkontrollierbaren Lizenzkosten und Lock-ins. Erfahren Sie auf dieser Website mehr über unsere Mission im Zeichen von digitalen Erlebnissen, die langfristig gemeinsam mit Ihnen wachsen können, und nehmen Sie Kontakt mit unserem Team auf, um das Potenzial von OpenDXP zu entdecken.


